Zwei von drei Inder haben bereits Antikörper gegen SARS CoV2. Die Mehrheit davon ist nicht geimpft.


Zwei von drei Inder sind bereits Antikörperträger. Das ergab die letzte vierte Antikörperstudie in Indien. Die große Mehrheit von rund 60 Prozent hat sie durch Infektion/Erkrankung auf natürliche Art und Weise erworben, da nur 7 Prozent vollständig geimpft sind.

1,39 Milliarden Menschen leben derzeit in Indien. Das sind rund 17 Mal mehr Menschen als in Deutschland. Übertragen auf die Bevölkerung sind das 941 Millionen Inder die Antikörper entwickelt haben.


Ausgangslage Inzidenz 21.07.21 Indien, Deutschland, Großbritannien


Beim Vergleich der drei Länder am 21.07.21 zeigt sich, dass die Entwicklung der Neuinfektionen Indien fast die gesamte Zeit unterhalb, teilweise sehr deutlich unterhalb der deutschen Inzidenz verlaufen ist. Im Winter lag sie nahe der Null Linie, gegenüber über 200 bei der Deutschen und gegenüber 800 bei der Britischen. Zum Zeitpunkt der Ergebnisse der Antikörperstudie lag Indien bei einer Inzidenz von 28 gegenüber 703 bei den Briten.


Die Daten der Johns Hopkins University widersprechen somit vehement den Darstellungen der MS-Medien und der ÖRR Darstellungen, die allesamt über eine Katastrophe berichteten . Der Grund für diese verzerrte Wahrnehmung liegt sicherlich in der Wahrnehmung der absoluten Zahlen. Diese müssen gegenüber den Deutschen und den Britischen um Faktor 17 bzw. 21 verringert werden.

Diese größenbereinigte Darstellung ist von der Politik und den MS-Medien - bewußt oder unbewusst - nicht vorgenommen worden.


Umso interessanter ist die Aufdeckung der vielfach höheren Zahl unerkannter Infektionen/ Erkrankungen in Indien. Die Frage stellt sich, wie hoch die Zahl der unerkannten Fälle in Deutschland tatsächlich ist. Möglicherweise haben bereits die Deutschen ähnlich wie die Briten eine sehr viel höhere Antikörperquote als angenommen.



Ausgangslage Todesfälle 21.07.21 Indien, Deutschland, Großbritannien


Bei den Todesfällen zeichnet sich fast ein gleiches Bild wie bei den Neuinfektionen. Auch hier verläuft die Linie der Todesfälle im Zeitraum März 2020 bis heute lange Zeit unterhalb der Deutschen oder noch mehr der Britischen wie z.B. gerade in der Winterzeit.



Ergebnis der Indischen landesweiten Antikörperstudie Juni-Juli 2021


Die staatliche biomedizinische Forschungseinrichtung Indian Council of Medical Research (ICMR) führte nun im Juni und Juli zum vierten Mal eine repräsentative landesweite Antikörperstudie durch.


36.227 Inder ab 6 Jahren aus dem ganzen Land nahmen an der Studie teil. Getestet wurde repräsentativ landesweit in 21 Landesteilen.


Die Mehrheit hatte zu diesem Zeitpunkt noch keine Impfung erhalten.

Es war nicht die erste große Antikörperstudie in Indien. Bei der dritten Erhebung Anfang des Jahres wurden bei 21% der erwachsenen Inder Antikörper nachgewiesen.


Die vierte Studie im Juni/Juli enthüllt nun überraschend hohe Ergebnisse:

67,7% der getesteten Inder haben bereits Antikörper gegenüber SARS CoV2.


Der sprunghafte Anstieg und der hohe Wert ist überraschend. Mit der Impfung als Antikörperproduzent kann dieser Anstieg weitgehend nicht begründet werden.


Am meisten betroffen waren laut Studienergebnis Menschen ab 45 Jahren. Diese Gruppe wies mit etwa 77 Prozent das höchste Seroprävalenz Niveau auf. In dieser Gruppe wurden am häufigsten Antikörper gefunden.


Alle Kinder und Jugendlichen zwischen 6-18 Jahren erwarben Antikörper natürlicher Weise durch Infektion/Erkrankung


Zum ersten Mal wurden auch Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6-18 Jahren untersucht. Insgesamt 8.691 nahmen teil.


Überraschend: Auch viele Kinder zwischen sechs und neun Jahren scheinen sich mit dem Virus infiziert zu haben. Die Seroprävalenz lag in dieser Gruppe der 6-9 Jährigen bei 57 Prozent.


Bei 61 Prozent der Untersuchten zwischen 10 und 18 Jahren wurden Antikörper nachgewiesen. Da Menschen unter 18 Jahren in Indien nicht geimpft werden dürfen, gehen in diesen jungen Gruppen zwischen 6 und 18 Jahren alle Fälle der Antikörperträger auf natürliche Erwerbung zurück. Und das sind eine ganze Menge.


Leider geht aus den Daten nicht hervor, wie viele von den Kindern und Jugendlichen tatsächlich die Infektion bemerkt hatten, leicht oder schwer erkrankt waren.


85% des Gesundheitspersonals hatte bereits Antikörper


Die Studie bezog auch 7.252 Personen aus dem Gesundheitsbereich mit ein. Hier hatten 85% von ihnen Antikörper. Leider ist nicht bekannt, wie viele von diesem Personenkreis tatsächlich erkrankt waren oder es einfach im Laufe ihrer pflegerischen Tätigkeit ohne es groß zu merken erworben haben.



Wie hoch ist der Anteil der natürlich erworbenen Antikörper Immunität?


Laut Johns Hopkins University Our world in data waren zum 15. Juli 2021 in Indien 6% doppelt und 18% einfach geimpft. D.h. mindestens zwischen 6% und 18% der Inder haben die Antikörper durch natürliche Immunität erworben. Infolgedessen haben 50-62% die Antikörper durch Infektion erworben.


Da unklar ist, wie viele der Geimpften bereits vor der Impfung durch leichte / unbemerkte Infektion oder durch Erkrankung Antikörper entwickelt haben, kann der exakte Anteil der ausschließlich natürlich erworbenen Antikörper nicht sicher beantwortet werden. In jedem Fall ist der Anteil mindestens 50% oder höher.


Wie sieht es bei ehemals Erkrankten aus, bei denen die Antikörper wieder abgebaut wurden?


Ehemals Erkrankte sind nach verschiedenen Studien lange gegen eine Neuerkrankung oder gegen einen schweren Verlauf geschützt. Dies gilt scheinbar auch dann, wenn bei Ihnen per Test keine Antikörper mehr nachweisbar sind.


Der Grund: Durch Covid Erkrankung natürlich erworbene Antikörper bleiben offensichtlich nur für eine zeitlang in größerer Zahl im Blut. Der Titer sinkt nach einer gewissen Zeit auf eine Höhe ab, bei der die Antikörpertests nicht mehr anschlagen. Dennoch kann es sein, dass aufgrund von B-Gedächtniszellen die Antikörper-Produktion bei Bedarf im Falle einer Infektion schnell hoch gefahren werden kann. Die Erkrankung kann dann verhindert oder zumindest abmildert werden.


B-Gedächtniszellen sind der Informationsspeicher für die Bildung von Antikörpern gegen eine Krankheit, die der Körper bereits durchlebt hat.


Die B-Gedächtniszellen aktivieren die B-Zellen, die sich durch Teilung schnell vermehren und zur Antikörperproduktion beitragen.


Bei einer erneuten Infektion des Körpers mit dem Virus können viel schneller Plasmazellen gebildet werden. Die Antikörper-Produktion kann in kürzester hochgefahren werden um eine Infektion zu verhindern.


Über die Bedeutung der B-Gedächtniszellen für langanhaltende Immunität berichteten wir über relevante Studien.


Wie sieht es mit der natürlichen T-Zell Immunität aus?


Nicht alle Infizierten produzieren nach einer Covid Erkrankung Antikörper. Insbesondere bei leichten Verläufen oder bei jüngeren Altersgruppen wird die Covid Erkrankung offensichtlich vorwiegend durch T-Zellen Aktivität abgewehrt und anschließend spezifische T-Zellen zur Abwehr von erneuter Erkrankung produziert.


Auch hier kann es nach Erkrankung zu einem Abfall der T-Zellen kommen. Und auch spielen voraussichtlich T-Gedächtniszellen, die bei Bedarf oder Erkrankung die Produktion der T-Zellen hochfahren, eine bedeutsame Rolle.

Wir berichteten hierzu über Studienergebnisse.


Die T-Zellen Immunität kann auch per Test ermittelt werden. Leider wurde dies in der Vergangenheit versäumt.


Wie sieht es mit der Kreuzimmunität durch T-Zellen aus?


Auch ohne Vorerfahrung mit SARS CoV 2 werden in der Regel die Infektionen aufgrund vorhandener Kreuzimmunität abgewehrt. Hierzu weisen diverse Studien , die auf kreuzreaktive T-Zellen Abwehr hin. Der Verlauf bei den Betroffenen fällt in der Regel infolge leichter oder moderater aus.



Transparenztest Resümée

2 von 3 Inder verfügen derzeit bereits über Antikörper. Der Anteil der Antikörperträger in Indien ist zwar niedriger als in UK aber aufgrund der niedrigen Impfquote überraschend hoch.

  • Alle Kinder und Jugendlichen mit Antikörper können diese nur auf natürliche Art und Weise erworben haben, da sie nicht geimpft wurden.

  • Mit 85% verfügt offensichtlich auch ein Großteil der Pflegekräfte über Antikörper gegen SARS CoV 2.

  • Diese Werte, die weitgehend ohne Impfung zustande gekommen, sind infolgedessen voraussichtlich niedriger als in schweren Grippejahren.

  • Noch nicht erfasst sind dabei Personen, die einen niedrigen Antikörper-Titer haben, aber B-Gedächtniszellen aufweisen, die bei Bedarf Antikörper produzieren.

  • Nicht erfasst sind weiter Personen, die entweder SARS CoV spezifische T-Zellen oder T-Gedächtniszellen aufweisen und damit Immunabwehr aufbauen können.

  • Berücksichtigt man noch den voraussichtlichen T-Zellen Immunitätsanteil, ist auch in Indien von einer Immunität in großen Teilen der Gesamtbevölkerung auszugehen.


Das alles relativiert sehr eindrucksvoll die bisher medial als Katastrophe dargestellte Covid Entwicklung in Indien.


Es ist zwar derzeit noch unklar, in wie weit die per Antikörpertest nachgewiesenen Antikörper ausreichen, um Neuinfektionen immer sicher zu vermeiden. Schwere Verläufe oder hohe Hospitalisierungs-Raten sind vermutlich jedoch weniger wahrscheinlich geworden.


Angesichts der klaren Datenlage zum Antikörper-Status in Indien und davor in Großbritannien stellt sich die Frage, wie weit hier die europäischen Länder sind.


Viele EU Länder weisen eine sehr viel höher Impfquote als Indien auf. Es ist folglich anzunehmen, dass hier bereits mit höheren Antikörper Anteilen in der Bevölkerung ähnlich der in UK gerechnet werden kann.


Umso mehr überrascht, warum in Deutschland zu dieser Fragestellung über all die Monate bisher keine aussagekräftigen Daten vorgelegt wurden. Es überrascht auch, dass bisher von den Medien oder den Abgeordneten dies nicht angefragt oder eingefordert wurde.


Unsere Fragen:

  • Warum haben wir keine vergleichbaren und aktuellen Daten zu Antikörperdaten in Deutschland?

  • Wie hoch muss der Anteil der Antikörperträger noch steigen, bis man die Pandemie für beendet erklärt?

  • Warum wird die T-Zell Immunität nicht wie die Antikörper Immunität ermittelt und in die Bewertung einbezogen?

  • Warum hält man insbesondere in Deutschland an der fragwürdigen und unwissenschaftlich erhobenen Inzidenz (s. Kritik Uni Duisburg Studie) weiter fest?

  • Warum zieht man nicht vorrangig Hospiz- und Todesraten als zukünftigen Bewertungsmaßstab heran?

Ohne Sie geht es nicht!


Unser Ziel ist es uns alle für mehr Transparenz und Evidenz zu sensibilisieren.


Wir Bürger haben ein unabdingbares Recht darauf zu erfahren, was wann wie und aus welchen Gründen - ohne unsere Zustimmung - entschieden wird. Da selten die Informationen vollständig und nachvollziehbar gegeben werden, müssen wir wach bleiben und nachfragen.


Stärken Sie uns mit einem kleinen Beitrag den Rücken, damit wir mit Ihrer Unterstützung dies von den Verantwortlichen einfordern können.


Wir danken Ihnen hierfür herzlich an dieser Stelle, da wir aus Gründen des Datenschutzes auf Spenden nicht antworten dürfen.


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https://www.transparenztest.de/unterstuetzen

Quellen:

  • Indian Council of Medical Research (ICMR)

  • https://www.icmr.gov.in/

  • BBC: ICMR sero survey says two-thirds of Indians supposed to Covid

  • https://www.bbc.com/news/world-asia-india-57885663

  • Office of National Statistics, UK

  • https://www.ons.gov.uk/peoplepopulationandcommunity/healthandsocialcare/conditionsanddiseases/bulletins/coronaviruscovid19infectionsurveyantibodyandvaccinationdatafortheuk/21july2021?fbclid=IwAR1wPpt2FP7R1A8hYMgjCS0ik_fM8ocYZwgdllMtyo0yw0JySf6s3Tp88ec

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