US CDC stoppt mit Hinweis auf Influenza das bisherige PCR Testverfahren zum Jahresende


Die US Seuchenschutzbehörde CDC will den notzugelassenen PCR Test durch Multiplex mPCR ersetzen. Angegebenes Ziel: Bessere Unterscheidung von SARS CoV2 zu Influenza.


Die CDC hat am 21. Juli angekündigt, dass die Notzulassung für das bisherige PCR Testverfahren aus dem Jahr 2020 zum 31.12.21 ausläuft.


Vor allem die Begründung lässt aufhorchen: Es ist notwendig besser zwischen SARS-CoV-2 und Influenza-Viren zu unterscheiden um für die Grippesaison besser vorbereitet zu sein. Dazu ist ein Multiplex-Testverfahren mPCR erforderlich, welches gleich in einem Verfahren und nur einer Probe mehrere ARE (Akute Respiratorische Erkrankungen) Viren wie Sars, RSV, Rhinoviren oder Influenza spezifisch mittels mPCR erfassen kann.


Der neue CDC Vorschlag überrascht. Die Influenza ist mit Einzug von SARS-CoV-2 Anfang 2020 urplötzlich nahezu komplett verschwunden. Influenza kam auch in der Wintersaison mit der zweiten Welle in der EU nicht wieder vor. Es stellt sich deshalb die Frage, warum die CDC sich jetzt Sorgen macht, wie man demnächst Influenza von SARS-CoV-2 unterscheiden kann. Wenn es nicht vorkommt, warum sollte man dann danach testen?


Warum wurden in der Coronakrise bisher keine Multiplex-Testverfahren differentialdiagnostisch eingesetzt?


Multiplex PCR-Test-Verfahren gibt es schon viele Jahre. Z.B. berichtete bereits im Jahr 2014 das Deutsche Ärzteblatt in einem Artikel zu "Stellenwert der Multiplex-PCR bei Atemwegsinfektionen im Kindesalter" wie wichtig Multiplex-PCR Testverfahren zur Unterscheidung von ARE Virenerkrankungen bei Kindern sind:


"Respiratorische Infektionen werden durch eine Vielzahl von Erregern klinisch verursacht. Erregerspezifische klinische Hinweise ergeben sich oft nicht. Untersuchungen mit spezifischer Polymerasekettenreaktion (PCR) für einzelne Viren („Monoplex-PCR“) erweisen sich angesichts von 20 oder mehr möglichen Erregern schnell als zu zeit- und arbeitsaufwendig für das Labor. Multiplex-PCR-Verfahren, bei denen mit einer Analyse parallel auf viele Erreger untersucht werden kann, gewinnen daher zunehmend an Bedeutung, da sich notwendiges Probenvolumen, Arbeits- und Kostenaufwand kaum von einer Monoplex-PCR unterscheiden, obwohl auf 20 und mehr unterschiedliche Erreger gleichzeitig untersucht wird."


Nach einer französischen Studie aus 2017 zeigte sich, dass während einer RSV Viren Epidemie nur 17,4% tatsächlich durch RSV Viren verursacht wurden. Während einer Influenza Epidemie waren nur 2,5% tatsächlich durch Influenza Viren verursacht. In allen anderen Fällen waren überraschender Weise andere Viren anzufinden. Diese Studie zeigt deshalb wie wichtig es ist, differentialdiagnostisch nachzusehen. Dies ist notwendig, da die Virenvielfalt während einer Epidemie sich überraschend vielfältig darstellen kann.


Die Frage stellt sich somit, warum bisher in der Coronakrise von Anfang an ein solcher differentialdiagnostischer Abgleich außen vor gelassen wurde? Es wurde auch nicht darüber diskutiert oder informiert.


Unabhängig von den bekannten großen Schwächen des PCR Testverfahrens für den Einsatz im klinischen Bereich wäre es sinnvoll gewesen ein mPCR Multiplex Verfahren von Beginn an einzusetzen.


Denn damit hätte man nicht nur eine Verwechslung mit Influenzaviren ausgeschlossen, sondern auch differentialdiagnostisch feststellen können, inwieweit nicht auch noch weitere Viren gemeinschaftlich den Infektions- und Krankheitsverlauf beeinflussen.


So ist z.B. aus britischen Forschungsergebnissen der MRC-University of Glasgow Centre for Virus Research, Institute of Infection, Inflammation and Immunity, Glasgow, UK mit 44.230 Patienten, die im langen Zeitraum zwischen 2005 und 2013 bzgl. 11 Virusvarianten getestet wurden, bekannt, dass gerade bei schwereren Verläufen oft mehrfach Infektionen vorliegen:


"Using extensive multiplex PCR diagnostic data generated by the largest NHS board in Scotland, we analysed 44230 patient episodes of respiratory illness that were simultaneously tested for 11 virus groups between 2005 and 2013, spanning the 2009 influenza A pandemic. ....In particular, our study shows that (i) human coronavirus infections are more common during influenza seasons and in co-infections than previously recognized."



CDC Lab Alert


Nun gibt die CDC eine "Lab Alert" bzw. ein Art "Warnhinweis für Labore" heraus:


"07/21/2021: Lab Alert: Changes to CDC RT-PCR for SARS-CoV-2 Testing"


Es informiert die Labore über das Ende der Notzulassung für den bisherigen RT-PCR SARS-CoV-2 Test. Es fordert zudem die Labore dazu auf, sich frühzeitig auf die Verwendung von aussagekräftigeren Muliplex-Testverfahren vorzubereiten:


"CDC encourages laboratories to consider adoption of a multiplexed method that can facilitate detection and differentiation of SARS-CoV-2 and influenza viruses. Such assays can facilitate continued testing for both influenza and SARS-CoV-2 and can save both time and resources as we head into influenza season. Laboratories and testing sites should validate and verify their selected assay within their facility before beginning clinical testing."


Offensichtlich vermutet die CDC selbst, dass möglicherweise ein nicht unerheblicher Anteil der "Corona Infektionen" auf Influenza-Beteiligung oder gar hauptursächlich zurückzuführen sein könnte. Auf jeden Falle hält die CDC die differentialdiagnostische Abklärung für so relevant, dass das Verfahren hierzu gewechselt werden muss.


Michael Northcott, ein schottischer Ethik Professor aus Edinburgh vermerkt dazu auf Twitter 27.7.:


"Why is the CDC withdrawing the PCR test? Because it is not or never was fit for medical purpose. But it was a brilliant propaganda tool for terrorising populations about a virus with IFR of influenza at 0.27%."


Bei letzterem Satz spielt Northcott zudem auf die niedrige Infection Fatality Rate IFR an, sowie auf die offensichtliche Beteiligung seiner Meinung nach der Influenza am Gesamtgeschehen.

Das alles deutet u.E. daraufhin, dass die CDC das völlige Verschwinden der Influenzaviren für wenig wahrscheinlich einstuft. Vielmehr könnte ein systemisches methodisch bedingtes Artefakt dahinterstehen, welches zum "Verschwinden" der Influenza geführt hat: Wer nicht misst, kann auch nichts finden. Wenn man nur spezifisch nach einem Virus wie SARS-CoV-2 sucht, kann man keine Influenzaviren nachweisen.


Welches PCR Verfahren auch zukünftig eingesetzt wird. Eines ist sicher, ohne klinischen Abgleich von Symptomen ist keine Diagnose zulässig. Das steht bereits im Artikel des Deutschen Ärzteblattes aus Jahre 2014:


"Der Nachweis viraler oder bakterieller Nukleinsäuren erlaubt jedoch keine Aussage über die Vermehrungsfähigkeit oder Infektiosität der Erreger."


Transparenztest Resümée


Der neue CDC Vorschlag überrascht. Es stellt sich die Frage, warum die CDC sich gerade jetzt Sorgen macht, wie man demnächst Influenza von SARS-CoV-2 unterscheiden kann. Wenn Influenza nicht vorkommt, warum sollte man danach testen?


Hat SARS-CoV-2 Influenza wirklich komplett verdrängt?

Als Begründung warum Influenza so abrupt abhanden gekommen ist, wird gerne vorgetragen, dass die Masken die Influenzaviren vor einer Infektion der Atemwege abgehalten haben, nicht aber die noch ansteckenderen SARS-CoV-2 Viren. Dagegen sprechen viele Gründe, z.B. dass es in Deutschland bis Ende April 2020 keine Maskenpflicht gegeben hat, die Influenza-Werte aber bereits im März (zum Höhepunkt) dramatisch abgesackt sind. Es ist unklar, ob und wieviel nach Influenza tatsächlich getestet wurde, da sich ab diesem Zeitpunkt alles um SARS-CoV-2 gedreht hat.


Diese Masken- und Maßnahmen-Begründung wirkt auch wissenschaftlich gesehen deshalb wenig glaubhaft, da auch andere Viren weiter vorgekommen sind, wie zum Beispiel regelmäßig Rhinoviren Ausbrüche, die sich partout durch Maske einfach nicht abhalten lassen.


Es ist auch nicht nachvollziehbar, warum SARS-CoV-2 weiter eine so große Rolle spielt und Influenza fast ausgestorben ist. Der Unterschied ist hierfür einfach zu groß. Auch Influenza ist hochansteckend. Es hätte somit nur einen graduellen Unterschied geben dürfen, nicht aber ein Alles oder Nichts.


Welche Rolle spielt die Impfung?


Möglicherweise geht die CDC davon aus, dass mit der Impfung SARS-CoV auf den Rückzug ist und Influenza (trotz Masken- und Maßnahmen) wieder zuschlagen könnte. Gegen den starken Impfeinfluss sprechen jedoch allein schon die auffallend starken SARS Inzidenz Anstiege gerade in den Ländern, die eine hohe Impfquote aufweisen. Impfung scheint also nicht vor Neuinfektion zu schützen. Unsere Artikel "Neuinfektionen trotz hoher Impfquote" und "Ausbruch auf Flugzeugträgern trotz vollem Impfschutz und Kontaktverfolgung" haben diesen Aspekt beleuchtet.


Der CDC Kurswechsel zeigt u.E. offensichtlich, dass die CDC natürlich wusste, dass es zu Mehrfachinfektionen, aber auch womöglich zur Verwechslung mit Influenzaviren, kommen kann und somit eine Differentialdiagnose unbedingt nötig gewesen wäre.


Das man ausgerechnet jetzt nach hohen Impfquoten aber dennoch hohen SARS-CoV 2 Inzidenzen auch nach Influenza testen will, fördert den

Verdacht: Beabsichtigt die CDC die zu erwartenden neuen Krankheitsfälle in der Wintersaison womöglich wieder den Influenzaviren verstärkt zuzuordnen?


Damit ließe sich die - aus Sicht der CDC - wenig erfreuliche Diskussion um die eventuelle reduzierte Wirkung der SARS CoV-Impfung wohl vermeiden.


Unsere Fragen:

  1. Warum wurde bisher keine systematische Differentialdiagnose mittels mPCR Multiplex-Verfahren zu anderen respiratorischen Virenerkrankungen (andere Coronaviren, Influenza, RSV, Rhinoviren) systematisch gewährleistet?

  2. Wenn die US CDC die bisherige Notzulassung des RT-PCR stoppt und ein mPCR Mulitplex Verfahren einfordert, wann wird das RKI nachziehen?

  3. Warum wurde zudem bisher das PCR Testverfahren nicht streng und verbindlich für alle Labore (Ct-Wert, Anzahl Gen-Abschnitte, Typ der Genabschnitte, Primerwerte u.a.) standardisiert? (s. cormandrostenreview.com )

  4. Warum wurden die PCT Ct-Zyklen, die einen erheblichen Anteil auf falsch positive Ergebnisse haben, nicht auf Werte < 25 (Anzuchtsfähigkeit der Viren) limitiert?

  5. Warum wurden die in der Drosten Originalpublikation die geforderten irrwitzigen Ct-Werte von 45 nicht in 1,5 Jahren hinterfragt und angepasst?

  6. Warum erfolgte kein systematischer Abgleich von PCR Testergebnissen und klinischen Symptomen bei "Infizierten" (warum wurde dies trotz WHO Empfehlung nicht erfüllt)

  7. Warum wurde kein systematischer Abgleich von PCR Testergebnissen und klinischen Covid Symptomen auch bei Todesdiagnose durchgeführt (trotz WHO Empfehlung nicht erfüllt)

  8. Warum verzichtete man auf eine zeitliche Limitierung bei der Zuordnung zwischen Erkrankung (Wiedergesundeten) und Todesdiagnose (Zählweise)?

  9. Warum wurden nicht systematisch Obduktionen (zumindest repräsentative Stichproben) zur Validierung der Differentialdiagnose und zum Erkenntnisgewinn für Behandlungsmaßnahmen von zukünftigen Fällen veranlasst?

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Quellen