Südafrikanische Variante Omikron: Bisher weitgehend nur milde Verläufe


Omikron: Bisher - Stand 02.12.21 - sind weitgehend nur milde Verläufe berichtet worden. WHO Warnung beruht bisher auf hypothetischen Annahmen. Erste empirische Daten aus der Bevölkerung (und nicht aus dem Labor) zu Inzidenz, Hospitalisierung und Todesfälle sind folglich abzuwarten.


Das südafrikanische Gesundheitsministerium berichtete am 24.11.2021 als erste über die Variante Omikron (B.1.1.529). Am 26.11.2021 erklärte die WHO B.1.1.529 zur besorgniserregenden Virusvariante (VOC). Die WHO benennt nun die südafrikanische Variante entsprechend der Reihenfolge des griechischen Alphabetes als Omikron.


Interessanterweise wurde ohne Begründung dabei das Xi im Alphabet übersprungen. Möglicherweise wollte man vermeiden, dass die neue Variante ausgerechnet mit dem Vornahmen des amtierenden chinesischen Präsident Xi Ping in Verbindung gebracht wird. Ein Impfkampagne gegen Xi würde sich vermutlich medial diplomatisch weniger gut machen. Auf jeden Fall ist Omikron für die zukünftigen Nachrichten gut für Bürger dieser Welt zu merken und medial einprägsam darstellbar.


Wie verbreitet ist Omikron bisher?


Nach einem Artikel des Guardians vom 02.12. breitet sich in Südafrika Omikron schnell aus. Nach Dr. Michelle Groome vom Nationalen Seucheninstitut von Südafrika (NICD) sind 74% der im letzten Monat sequenzierten Proben Omikron zuzuordnen. Die Fälle insgesamt sind nun auf stark auf 8.561 Fälle angestiegen.


https://www.theguardian.com/world/2021/dec/02/omicron-variant-fuelling-exponential-rise-in-covid-cases-say-south-africa-officials
https://www.theguardian.com/world/2021/dec/02/omicron-variant-fuelling-exponential-rise-in-covid-cases-say-south-africa-officials

Die Variante wurde mittlerweile bereits in rund 40 Ländern nachgewiesen, darunter auch in Deutschland.


Die ersten Omikron-Fälle sind bereits im Oktober in Nigeria aufgetaucht. Allerdings ist die neue Variante des Coronavirus dort erst jetzt bei einer nachträglichen Sequenzierung nachgewiesen worden.


Vor allem im südlichen Afrika breitet sich die Variante aus. Es werden aber auch Fälle in Brasilien, Italien, Australien, England, Israel, Österreich oder den Niederlanden gemeldet – meistens mit Bezug zu einer Reise nach Südafrika. Wer suchet der findet. Da erst jetzt verstärkt gesucht wird, stellt sich deshalb die große Frage, ab wann Omikron dort vorzufinden war.


Das Niederländische RIVM Gesundheitsbehörde fand z.B. Omikron in Proben vom 19. und 23. November - also bereits 5 Tage vor dem Fund in Südafrika. Eine der Proben war von einer Person ohne Reisehintergrund. Woher hatte diese Person das neue Virus?


Die EU-Seuchenbehörde ECDC glaubt an eine schnelle Ausbreitung von Omikron und Verdrängung von Delta innerhalb weniger Monate. Sie beruft sich dabei auf mathematische Modelle.


Der deutsche Virologe Hendrik Streeck gibt sich da vorsichtiger.

„Aber im Moment wissen wir das alles nicht“,

Übersicht der Länder, die Omikron Fälle gemeldet haben - von nbcnews.

https://www.nbcnews.com/data-graphics/omicron-map-tracking-new-covid-19-variant-world-rcna6983 , 3.12.21
https://www.nbcnews.com/data-graphics/omicron-map-tracking-new-covid-19-variant-world-rcna6983 , 3.12.21

Mittlerweile ist laut nbcnews Omikron in rund 40 Ländern angekommen oder war schon dort, Stand 03.12.21.


Warum wird das Virus so gefährlich eingeschätzt? Phylogenetische Untersuchungen zeigen anscheinend, dass Omikron unabhängig von der derzeit dominierenden Delta-Variante entstanden ist. Omikron besitzt im Vergleich zum ursprünglichen SARS-CoV-2 aus Wuhan eine ungewöhnlich hohe Zahl von ca. 30 Aminosäureänderungen im Spike-Protein.


Die WHO begründet die Hochstufung mit hypothetischen Argumenten. Es wird von Erhöhung der Transmission, Immunevasion und höherer Übertragbarkeit argumentiert.


Der Virologe Alexander Kekulé ist noch nicht überzeugt, dass die neue Omikron-Variante des Coronavirus tatsächlich so viel infektiöser ist. Bisher liege nur die genetische Information von B.1.1529 vor, betont er im NTV-Talk. Die sieht zwar so aus, als wäre es eventuell möglich, dass Impfdurchbrüche oder Zweitinfektionen möglich sind. Nur anhand der Gene könne man dies aber nicht feststellen.


Laut Kekule kann die Ursache für die schnelle Verbreitung der sogenannte "Founder"-Effekt sein. Möglicherweise habe sich Omikron nur durchgesetzt, weil sie "ungemachtes Terrain" gefunden habe, wo es noch keine andere Variante wie Delta gab.


Soll heißen: Es hängt immer von den Umständen ab. Auch Viren sind in ständigen Konkurrenzkampf mit anderen Viren und Mikroben und im interaktiven Zusammenspiel von Wirt und Virus.


Änderungen in den Aminosäuresequenz bedeuten nicht zwangsläufig, dass ein Virus ansteckender oder gefährlicher wird. So gab es bereits viele Covid Mutationen und Varianten und keine hat die Werte der Wuhan Variante erreicht. Bei Influenza und anderen Viren sind zudem noch mehr Mutationen üblich.


Das Problem: Bisher liegen für Omikron nur wenige Daten aus der Bevölkerung vor. Das Gute: Die bisherigen Verläufe sind anscheinend fast allesamt mild.


Erste klinische Daten zeigen ansteckende aber milde Variante


Laut BBC Berichten zeigen nach Dr. Angelique Goetzee, der Vorsitzenden des südafrikanischen Ärzteverbandes, die Patienten bis dato allesamt milde Symptome. Im Interview spricht Geotzee von extrem milden Symptomen.

"extremely mild symptoms"
Es stellt eine leichte Krankheit mit Symptomen wie Muskelkater und Müdigkeit für ein oder zwei Tage dar. Bis jetzt haben wir festgestellt, dass die Infizierten keinen Geschmacks- oder Geruchsverlust erleiden. Sie können einen leichten Husten haben. Es gibt keine prominenten Symptome. Einige der Infizierten werden derzeit zu Hause behandelt.

Angelique Coetzee, Times of India


Nach einem Artikel der Welt bedauert Goetze zudem, dass Omikron als "extrem gefährliche Virusvariante" mit zahlreichen Mutationen aufgebauscht werde, obwohl die Gefährlichkeit noch unklar ist. Bis jetzt hätten auch nicht geimpfte Patienten milde Symptome.


Sicherheitshalber verweist Goetzee darauf, dass mehr Zeit benötigt wird, um die Gefährlichkeit dieser Variante für Risikogruppen einzustufen. Ob die Wirksamkeit der Impfstoffe beeinträchtigt wird, muss noch untersucht werden.


Nach Einschätzung von Südafrikas Gesundheitsminister, Cyril Ramaphosa, gibt es überhaupt keinen Grund für eine Panik - so ein BBC Bericht. Bis zum Sonntag, 28.11. waren 2.800 Infektionen in Südafrika gemeldet worden. Schwere Verläufe sind bisher hier nicht zu finden.


UK, EU und USA hatten dennoch allesamt ihre Grenzen geschlossen. Zuletzt folgte Japan am 29.11. am Montag.


In vielen Fällen handelt es sich um Doppelt Geimpfte. Meist handelt es sich um Flugreisende, die aus Südafrika kommen. Das verwundert nicht, da diese nun auf Flughäfen verstärkt systematisch getestet werden.


Die meisten bekannten Fälle sind vollständig geimpft so wie die beiden Omikron Fälle in Hongkong. Ebenso waren die vier Fälle in Botswana, die möglicherweise die ersten Überträger waren, zweifach geimpft. In Israel entdeckte man bei drei vollständig geimpften Einreisenden aus Malawi Omikron. Die Impfung schein somit zumindest nicht vor der Ansteckung zu schützen. Nach Berichten waren alle Omicron positiv Getesteten am Niederländischen Flughafen Schiphol volständig geimpft.


Warnung vor gefährlicher Variante ohne empirische Daten


Wie ist es möglich, dass vor einer SARS CoV2 Variante zu der es bisher zwar nur wenige Daten gibt - die aber allesamt vom klinischen Verlauf bisher anscheinend für eine milde Variante sprechen - so scharf gewarnt wird?


Es gibt bis dato 02.12. keinerlei empirische Hinweise darauf, dass die neu benannte SARS CoV2 Variante Omikron sich gefährlicher darstellt als die bisherigen Varianten.


Inzidenz Vergleich Europäische und Afrikanische Staaten


https://twitter.com/rosenbusch_/status/1464496019505299456
https://twitter.com/rosenbusch_/status/1464496019505299456

Die Grafik - zu finden beim Twitter Account des Journalisten Henning Rosenbusch - zeigt anschaulich, welche Diskrepanz bei der Inzidenz zwischen Europäischen und Afrikanischen Staaten besteht.


Die europäischen Staaten - allen voran Deutschland und Österreich weisen vielfach höhere Inzidenzen auf als die afrikanischen.


Südafrika zeigt innerhalb der afrikanischen Staaten mit 9 noch einen etwas höheren Wert als die anderen afrikanischen. Sie liegen alle mehr oder minder nahe Null.


Bei den Inzidenzen handelt es sich um die bekannte 7-Tages Inzidenz.






Omikron wurde in Südafrika entdeckt. Der Mann, bei dem in Belgien Omikron nachgewiesen wurde, kam aus Ägypten. Aus diesem Grunde lohnt ein Blick auf die Inzidenzen speziell in diesen drei Ländern.


Inzidenz Vergleich Südafrika, Ägypten, Deutschland


Nach Johns Hopkins University JHU Daten liegt die Inzidenz (hier die Tagesinzidenz - tägliche Fälle pro 1.000.000 Einwohner) am 27.11.21 wie folgt:


Deutschland: 692

Südafrika: 26

Ägypten: 9


Der Omikron-Fall in Belgien kam vor 12 Tagen aus Ägypten. Seit den 22.11. zeigt er nach Anfagen bisher nur leichte Symptome. Die Covid Inzidenzen und Todesfälle liegen in afrikanischen Ländern allesamt unter den EU Ländern mit hohen Impfquoten.


Transparenztest Resümee


Änderungen in der Aminosäuresequenz bedeuten nicht zwangsläufig, dass ein Virus ansteckender oder gefährlicher wird. So gab es für Covid bereits viele Mutationen und Varianten. Bisher sind sie wie z.B. Beta, Gamma oder Delta im Vergleich zur Wuhan Variante allesamt weniger schwer und tödlich verlaufen. Hierzu empfiehlt es sich vor allem die qualitativ hochwertigen Daten der Public Health England Berichte (heute UKHSA) bzw. die dort dargestellten Case Fatality Raten CFR für die verschiedenen Varianten heranzuziehen.


Infektiösität und Gefährlichkeit müssen zudem getrennt betrachtet werden. Schnell ausbreitende Viren sind in der Regel weniger tödlich. Zu denken ist hier etwa an Erkältungsviren. Bei hochgefährlichen Viren wie Ebola wird die Ausbreitung gerade durch die Letalität gedrosselt. Die Erkrankten kommen faktisch erst gar nicht mehr dazu das Virus weiterzugeben.


Zudem ist Infektiösität und Gefährlichkeit immer abhängig vom Zusammenspiel zwischen Virus und Wirt (hier Mensch). Immunität durch Antikörper, T-Zellen-Immunität, Kreuzimmunität, Medikamente, Impfung, Saisonalität, Dichte der Bevölkerung uvm. sind Einflussgrößen. All diese Variablen spielen eine Rolle und verändern sich permanent.


SARS CoV2 durchseucht nun schon eine ganze Zeit lang die Länder. Es ist davon auszugehen, dass all dies sich auf die Infektiösität und Gefährlichkeit ausgewirkt hat und weiter wirken wird. Wie dies genau aussieht und weitergehen wird kann keiner genau wissen. Möglicherweise sind die Verläufe trotz einiger Mutationen aber milder als bei bisherigen Varianten.


Um die Gefährlichkeit oder Ungefährlichkeit von Omikron zu bewerten, ist es deshalb sinnvoll, vor allem auf empirische Daten zu schauen, um die klinische Auswirkung auf den Menschen zu bewerten.


Das Problem: Bisher liegen nur wenige Daten aus der Bevölkerung vor. Das Gute: Die bisherigen Verläufe sind anscheinend weitgehend mild.


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Quellen:

  • https://www.who.int/news/item/28-11-2021-update-on-omicron

  • https://www.gisaid.org/hcov19-variants/

  • https://www1.wdr.de/nachrichten/corona-variante-omikron-suedafrika-folgen-einreise-quarantaene-100.html

  • https://www.nzz.ch/wissenschaft/neue-virusvariante-aus-suedafrika-die-wichtigsten-antworten-ld.1657237

  • https://www.nbcnews.com/data-graphics/omicron-map-tracking-new-covid-19-variant-world-rcna6983

  • https://globalnews.ca/news/8413133/omicron-covid-variant-cases-world-netherlands/

  • https://www.welt.de/wissenschaft/article235408632/Corona-Omikron-laut-EU-bald-vorherrschende-Corona-Variante.html

  • https://twitter.com/rosenbusch_/status/1464496019505299456

  • https://timesofindia.indiatimes.com/world/rest-of-world/south-african-medical-association-says-omicron-variant-causes-mild-disease/articleshow/87949404.cms

  • https://www.bbc.com/news/av/uk-59450988

  • https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/gesundheit-montgomery-befuerchtet-sehr-gefaehrliche-corona-varianten-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-211127-99-160780

  • https://twitter.com/rosenbusch_/status/1464494420917723138

  • https://www.welt.de/gesundheit/article235328686/Omikron-Milde-Symptome-bei-Patienten-Lauterbach-vorsichtig-optimistisch.html

  • https://www.welt.de/vermischtes/article235334272/Amsterdam-Verstoerende-Szenen-fuer-Suedafrika-Einreisende-am-Flughafen.html

  • https://www.welt.de/kultur/plus235299652/Omikron-Die-Gefahren-der-Medienpandemie.html

  • https://www.theguardian.com/world/2021/nov/24/scientists-warn-of-new-covid-variant-with-high-number-of-mutations

  • https://www.bbc.com/news/world-africa-59463879?xtor=AL-72-%5Bpartner%5D-%5Bbbc.news.twitter%5D-%5Bheadline%5D-%5Bnews%5D-%5Bbizdev%5D-%5Bisapi%5D&at_medium=custom7&at_custom1=%5Bpost+type%5D&at_campaign=64&at_custom2=twitter&at_custom4=5461BBEA-5123-11EC-BACA-E7FD4744363C&at_custom3=%40BBCWorld



Bild: Unsplash Arno Smit