Starke Untersterblichkeit im März 2021 - ist der Lockdown jetzt noch zu rechtfertigen?

11 % Untersterblichkeit im Monat März gegenüber den vier Vorjahren bescheinigt das Bundesamt für Statistik in ihrer Sonderauswertung. Die Untersterblichkeit begann bereits ab der Kalenderwoche KW 6 Mitte Februar.



Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2021, Stand 09.04.2021



Warum fordert man einen noch härteren Lockdown bei einer extremen Untersterblichkeit?


Stellt man dies nun dem schweren Grippejahr 2018 gegenüber, ergibt sich sogar für März 2021 eine Untersterblichkeit von 24 Prozent.


Lock- und Maßnahmen Befürworter werden dagegen halten, dass wir eine hohe Sterblichkeit in den ersten 4 Wochen in 2021 hatten. Das stimmt. Es ist jedoch nur eine Wahrheit. Die andere Wahrheit ist, dass wir ab der KW 6 eine starke Untersterblichkeit haben: Das Jahr 2018 weist so im Grippezeitraum Januar bis März 9.728 Tote mehr als im Pandemiejahr 2021 auf.


Wellen und Ausschläge in der Sterblichkeit gibt es in allen Jahren in der Wintersaison. Keine Wellen- oder Ausschlagsmuster sind gleich. Jedes Jahr, jeder Monat ist anders.



Warum ist die Jahressterblichkeit so wichtig?


Die Jahressterblichkeit bzw. die Bewertung, in welcher Höhe eine Über- oder Untersterblichkeit vorliegt, ist das sicherste Maß um zu bewerten, ob eine schwere Notlage besteht oder nicht. Falsch-positive Tests, fehlerhafte Inzidenzwerte, falsche Etikettierungen bei den Todesursachen, sonstige methodische Fehler – all das spielt keine Rolle bei der Erfassung der Jahressterblichkeiten.


Methodische Erhebungsfehler oder Artefakte bleiben fast gänzlich außen vor. Wir wissen zwar nicht genau, woran die Menschen gestorben sind. Wir wissen aber sicher, dass sie gestorben sind. Und wir wissen, dass in jedem Winter sich höhere Zahlen und Wellenverläufe einstellen. Diese Sterbefälle werden deshalb den saisontypischen Grippeviren zugeordnet.


Das macht die Sterblichkeitstabellen so elementar wichtig. Die Daten können nicht so leicht manipuliert oder fehl interpretiert werden wie andere Zahlen.



Wie sieht es für das laufende Jahr 2021 aus?


Vergleichen wir das laufende Jahr 2021 im Zeitraum Januar bis Ende März mit anderen Jahren:




Noch einmal ein Blick auf die einzelnen Monate des 1. Quartals:


Rohdatenquelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2021, Stand 09.04.2021



Der maximale Wert kommt im Jahre 1968 mit 291.538 Toten vor. Das sind 22.784 Tote mehr als in 2020. Da die Bevölkerung in 1968 deutlich kleiner war, errechnet sich sogar ein vergleichbarer Wert (Äquivalenz Wert) von 312.778 gegenüber 268.754. Die jüngere Altersstruktur ist hierbei noch nicht berücksichtigt.


Auch 2018 weist mit 277.876 Toten somit 9.122 Tote mehr auf als im Pandemiejahr 2021. Das Jahr 2017 und 2015 weisen ziemlich genau gleich viel Tote als in 2021 auf.


Selbst wenn wir 2021 über alle Jahre des Zeitraumes 1950-2020 vergleichen, sehen wir dass das Pandemiejahr im Mittelfeld liegt. Sowohl bei den absoluten Werten, als noch mehr bei den Werten, die die unterschiedliche Bevölkerungsgrößen der Vorjahre berücksichtigen.



Unser Transparenztest Fazit


Nach den Sterblichkeitszahlen des Statistischen Bundesamtes für den Zeitraum März bzw. 1. Quartal in 1950 – 2021 zeigt sich, dass es sehr viele Jahre mit höherer Sterblichkeit gab als in 2021.


Der März 2021 rangiert auf dem 55. Rang. Das ist kaum zu glauben, entspricht aber den amtlichen Daten, wenn diese in Bezug zur jeweiligen Bevölkerungsgröße gesetzt werden.


Das erste Kalendervierteljahr 2021 findet sich auch nur auf dem 23. Rang ein. Auch hier liegt 2021 eher im Mittelfeld.


2020 und auch 2021 weisen weder in den Monaten noch in den Gesamtwerten des ersten Quartals Rekordwerte auf.


Das wirft bedeutsame Fragen auf: Die Bürger haben ein unabdingbares Anrecht darauf zu erfahren, warum die gesundheitliche Gefahrenlage in 2021 (und auch 2020) so dramatisch viel höher bewertet wird als in den Vorjahren.


Warum werden wir Bürger über die aktuelle Untersterblichkeit nicht oder nur unzureichend informiert?



Wie passt die hohe Untersterblichkeit der letzten Wochen mit den Verschärfungen zusammen? Warum bildet sich die 3. Welle nicht in den Sterblichkeitszahlen ab?


Die starke Evidenz - wie sie sich aus den Sterblichkeitstabellen des Bundesamtes für Statistik ergibt - zeigt, dass eine Begründung sich hieraus nicht ableiten lässt. Im Gegenteil: Die Sterblichkeitsdaten legen nahe, dass es in den verschiedenen Vorjahren schlechtere Monats- und Gesamtjahres Sterblichkeiten gegeben hat.


Auch der Lockdown kann als Begründung nicht herhalten. Zum einen erklärt dies nicht, warum wir im Dezember 2020 und Januar 2021 höhere Zahlen hatten (obwohl wir hier auch einen Lockdown hatten). Zum anderen gibt es mittlerweile zahlreiche Metastudien, die sogar die Schädlichkeit der Lockdowns (aufgrund der Kollateralschäden) nahelegen.


Bei Vergleichen mit Ländern (z.B. Schweden, Japan) oder einzelnen US Bundesstaaten (Florida, Texas) mit keinem oder nur mäßigen Lockdown zeigt sich, dass dieser sich offensichtlich nicht positiv auf die Sterblichkeit auswirkt. In diesen Ländern haben sich ganz normale Sterblichkeiten im Vergleich zu den Vorjahren gezeigt - ohne starke Maßnahmen und Lockdowns (Siehe hierzu auch unseren Beitrag Historischer Vergleich der Jahressterblichkeit 1950-2020, sowie unter Studien).


Die Gretchenfrage ist: Wie kann aufgrund dieser Datenlage, welche aktuell eine anhaltende Untersterblichkeit über mehrere Kalenderwochen bis Ende März ausweist, von der Politik überhaupt eine Maßnahmenverschärfung oder auch nur über eine Verlängerung nachgedacht werden?


Wir warten auf eine transparente, evidenzbasierte und nachvollziehbare Begründung auf welcher Datengrundlage die aktuellen Maßnahmen im Frühjahr 2021 basieren.

Ohne Sie geht es nicht!


Unser Ziel ist es uns alle für mehr Transparenz und Evidenz zu sensibilisieren.


Wir Bürger haben ein unabdingbares Recht darauf zu erfahren, was wann wie und aus welchen Gründen - ohne unsere Zustimmung - entschieden wird. Da selten die Informationen vollständig und nachvollziehbar gegeben werden, müssen wir wach bleiben und nachfragen.


Stärken Sie uns mit einem kleinen Beitrag den Rücken, damit wir mit Ihrer Unterstützung dies von den Verantwortlichen einfordern können.


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