Die Seychellen sind das Land mit der höchsten Impfquote. Warum steigt die Zahl der Neuinfektionen?



Die Seychellen wollten es richtig machen. Sie sind stark vom Tourismus abhängig. Was liegt da näher als die eigene Bevölkerung durch eine Impfung möglichst zu immunisieren und die Gefahr einer Neuerkrankung so zu minimieren. Herdenimmunität sollte durch eine vollständige Durchimpfung den Tourismus sichern.


Was auf der Oberfläche einleuchtend logisch klingt, erweist sich in der Realität erst einmal als Fehlschluss. Seit Ende April ist die Zahl der Neuerkrankungen dramatisch gestiegen - und das eben trotz vollständiger Impfung:


Die Seychellen verzeichnen nur 98.000 Einwohner. Bereits im März waren knapp zwei Drittel einfach geimpft. Mit Stand 1. Mai 2021 sind nun fast 60.000 zweifach geimpft. Das entspricht Durchimpfungsquote mit vollständiger Impfung von 61%. Weitere 10% haben zumindest die einfache Impfung.


Quelle: Our World of Data, Vaccinations, 3.Mai 2021



Und nun das: Die Zahl der Neuinfektionen stieg abrupt an.


Ende April waren noch rund 600 Neuerkrankungen pro Tag gemeldet worden. Anfang Mai waren es teilweise bis zu 1.400 Fälle pro Tag. Momentan liegen die Werte wieder bei 800. Das ist immer noch deutlich höher als in Deutschland. Und das obwohl Deutschland eine deutlich niedrige Impfquote aufweist.



Quelle: Johns Hopkins University CSSE COVID-19 Data vom 7. Mai 2021



Mehr als ein Drittel der Neuinfektionen passieren bei vollständig Geimpften


Von den Corona-Positiv Getesteten der Seychellen waren mehr als ein Drittel bereits vollständig geimpft. Ein überwiegender Teil der weiteren Corona-Positiven war zumindest einfach geimpft.


Das wirft grundlegende Fragen auf. Wie ist es möglich, dass es trotz einer vollständigen Impfung es zu einem so starken Anstieg kommt? Und warum erkranken so ein hoher Prozentsatz von vollständig Geimpften?


Die Erklärungen, die nun offiziellen Stellen geliefert werden, sind einfach:

  • Der Impfstoff ist nicht wirksam: Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg wurde bis Mitte April zu 60% mit dem chinesischen Impfstoff Sinopharm geimpft. Der Rest und die Zeit nach Mitte April mit AstraZeneca. Laut Herstellern soll Sinopharm eine Wirksamkeit von 79% aufweisen.

  • Die südafrikanische Mutante des Coronavirus B.1.351 ist veranwortlich. Nach Studienergebnissen März 2021 hatte der Impfstoff AstraZeneca in Südafrika nicht den erhofften Erfolg gezeigt.

  • Das Verhalten der Einwohner ist schuld. Sie hätten durch zu unvorsichtiges Verhalten zu den Neuinfektionen beigetragen. Das Gesundheitsministerium der Seychellen gab als Grund die zahlreichen privaten Treffen zu Ostern an. Viele hätten sich aufgrund der Impfung zu sicher gefühlt und seien unvorsichtig gewesen.


Die Seychellen sind nicht das einzige Land nachdem es nach der Impfung zumindest zu einem zeitweise starkem Anstieg gekommen ist.


Chile gehört wie Israel zu den Impfweltmeistern. Auch in Chile kam es zu Massenausbrüchen trotz einer hohen Impfquote. Mit Stand 8. April hatten bereits 22% der Bevölkerung eine vollständige Impfung erhalten, 38% zumindest 1 Impfung. Dennoch kam es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen, die Intensivstationen waren im April zu 95% belegt.


In Chile wurden Biontech Pfizer und überwiegend der chinesische Impfstoff CoronaVac verimpft. Letzterer wird jetzt als Ursache für den Anstieg genannt.


Quelle: Johns Hopkins University CSSE COVID-19 Data Chile, Brazil vom 2. Mai 2021


Trotz der hohen Impfquote in Chile mit 32% - hier im Vergleich zum weitgehend "ungeimpften" Brasilien mit nur 6% - kommt es von Februar bis Mai zu einem ähnlichen Verlauf mit bis zu 350 Fällen pro Tag.


Offensichtlich hatten diese Impfungen keinen nennenswerten Einfluß darauf die Neuinfektionen nachhaltig zu reduzieren. Es wirkt sogar so, als ob viele Fälle erst damit angekurbelt wurden. Letzteres kann ein Trugschluss sein. Es bleibt aber abzuwarten, wie sich die Verläufe in den nächsten Monaten darstellen.


Die Gründe für den Anstieg sind vermutlich multikausal und nicht so leicht aufzuklären. Laut Experten setzt der optimale Impfschutz zwei Wochen nach der Zweitimpfung ein. Ein Großteil der Einwohner der Seychellen hatte bereits diesen Schutz. Dennoch kam es zu dem drastischen Anstieg.


Argument nicht wirksamer Impfstoff: Selbst, wenn die Impfstoffe nicht zu 100 Prozent schützen, sollten sie dennoch helfen, die Zahl der Neuerkrankungen zu reduzieren - wenn nicht zu 100%, dann eben zu 95%, 80% oder 50%. Bei der hohen Impfquote von den Seychellen oder auch von Chile wäre somit eine Verringerung zu erwarten gewesen. Das Gegenteil ist der Fall.


Gleiches gilt für die Zahl der schweren Verläufe. Laut Herstellern dienen die Impfstoffe vor allem dafür, die Erkrankungen weniger schwer verlaufen zu lassen. Auch das war offensichtlich nicht der Fall. Die Intensivbetten-Situation mit 95 prozentiger Auslastung in Chile zeigt das Gegenteil. Und auch auf den Seychellen sind die Stationen gut belegt.


Argument Mutante: Wenn die Impfstoffe nicht gegen die Mutanten helfen, stellt sich die Frage, warum man dann impfen sollte. Dies umso mehr angesichts so vieler und schwerwiegender Nebenwirkungen, wie sie in der Impfhistorie noch nie der Fall war. Mit welchen Nebenwirkungen zu rechnen ist haben wir in unserem Beitrag gezeigt

https://www.transparenztest.de/post/starker-anstieg-impf-nebenwirkungen-und-4623-tote


Argument unvorsichtiges Verhalten der Bürger: Dagegen sprechen die zahlreichen wissenschaftlichen Studien zum Effekt von Lockdowns. Fast alle dieser Studien weisen keinen oder sogar einen negativen Auswirkung aus.


Transparenztest:


Offensichtlich ist der Traum von einer sterilen Immunität und der Erreichung einer Herdenimmunität ausgeträumt. Die oben dargestellten Beispiele durchgeimpfter Länder deutet darauf hin, dass auch nicht nur annähernd ein vollständiger Schutz erreicht werden kann.


Was sind die Konsequenzen, was muss hinterfragt werden?

  • Wie lassen sich die massiven Grundrechtseinschränkungen für Ungeimpfte rechtfertigen, wenn das Klientel der Geimpften weiterhin zu Neuinfektionen beitragen kann?

  • Wenn AstraZeneca möglicherweise nicht gegen die südafrikanische Mutante wirkt, wieso wird sie dann auch in Deutschland verimpft?

  • Welchen wissenschaftliche Belege können die Verantwortlichen der Politik vorlegen, welcher Impfstoff bei welcher Mutation wie sicher wirkt?

  • Warum wird nicht über das Beispiel der Seychellen, Chile oder anderen Ländern, bei denen es zum Anstieg der Fallzahlen nach der Impfung gekommen ist, transparent berichtet. Und ein öffentlicher Diskurs gesucht.

  • Warum wird nicht entsprechend umfassend über die Impfnebenwirkungen berichtet. Warum wird keine evidenzbasierte Nutzen-Wirksamkeit-Analyse vorgenommen?


Quellen:

  • Our World of Data, Vaccinations, 3.Mai 2021

  • Johns Hopkins University CSSE COVID-19 Data Seychellen vom 7. Mai 2021

  • Johns Hopkins University CSSE COVID-19 Data Chile, Brazil vom 2. Mai 2021

  • https://www.nzz.ch/international/seychellen-zunahme-der-infektionszahlen-trotz-hoechster-impfquote-ld.1623719

Lockdown-Studien

  • Eran Bendavid, Christopher Oh, Jay Bhattacharya, John P. A. Ioannidis, Assessing mandatory stay‐at‐home and business closure effects on the spread of COVID‐19, First published: 05 January 2021, https://doi.org/10.1111/eci.13484, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/eci.13484

  • Bianchi, Francesco, Bianchi, Giada & Song, Dongho (2021). The Long-term Impact of the COVID-10 Unemployment Shock on Life Expectancy and Mortality Rates.National Bureau of Economic Research, Working Paper #2830

  • Bjornskov, Christian (2021). Did Lockdown Work? An Economist’s Cross-Country Comparison. CESifo Economic Studien

  • Douglas W. Allen et al. (April 2021). Covid Lockdown Cost / Benefits, Critical Assessment of the Literature, Canada

  • Office of National Statistics, UK (2021): Deaths registered weekly in England and Wales, provisional: week ending 26 February 2021.

  • Savaris, R. F., Pumi, G., Dalzochio, J. & Kunst, R. (2021). Stay-at-home Policy is a Case of Exception Fallacy: An Internet-based Ecological Study. Scientific Reports 11

  • Yang, Qing et al. (2021). Just 2% of SARS-CoV-2-positive individuals carry 90% of the virus circulating in communities.

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